Krypto-Buchhaltung in der Schweiz: Steuerregeln, Bewertung und Abschluss 2026

Ein umfassender Leitfaden für Unternehmen und Investoren zu den buchhalterischen und steuerlichen Pflichten von Krypto-Assets in der Schweiz, mit Fokus auf Bewertung und Jahresabschluss für 2026.

Von Ark Fiduciaire

Veröffentlicht am 27.02.2026

Lesezeit: 7min (1432 words)

Einführung: Der Aufstieg von Krypto-Assets in der Schweiz

Krypto-Assets wie Bitcoin, Ethereum und Stablecoins haben in den letzten Jahren in der Schweiz eine zunehmende Verbreitung erfahren. Dank eines günstigen regulatorischen Rahmens und einer innovationsfreudigen Bevölkerung ist die Schweiz zu einem globalen Zentrum für Blockchain- und Krypto-Unternehmen geworden. Diese rasche Verbreitung wirft jedoch auch komplexe Fragen in Bezug auf Steuern und Buchhaltung auf. Im Jahr 2026 treten bedeutende Änderungen in der steuerlichen Regulierung von Krypto-Assets in Kraft, weshalb sich Unternehmen und Investoren frühzeitig vorbereiten müssen.

Dieser umfassende Leitfaden bietet eine detaillierte Analyse der steuerlichen und buchhalterischen Pflichten im Zusammenhang mit Krypto-Assets in der Schweiz, mit Schwerpunkt auf Bewertungsregeln, Anforderungen an den Jahresabschluss und häufige Fehler.

Steuerliche Regulierung von Krypto-Assets für 2026

Die Besteuerung von Krypto-Assets in der Schweiz befindet sich im Wandel. Mit Inkrafttreten neuer Vorschriften im Jahr 2026 ist es wichtig, die Auswirkungen für Unternehmen und Privatpersonen zu verstehen.

Direkte Besteuerung (Einkommensteuer und Unternehmenssteuer)

Krypto-Assets unterliegen für Privatpersonen der Einkommensteuer und für Unternehmen der Gewinnsteuer. Wichtige Punkte:

  • Privatpersonen: Gewinne aus Krypto-Assets gelten in der Regel als steuerpflichtiges Einkommen, außer sie stammen aus der privaten Vermögensverwaltung. In diesem Fall sind sie steuerfrei.
  • Unternehmen: Gewinne aus Krypto-Assets werden in die Berechnung des steuerpflichtigen Gewinns einbezogen. Verluste können abgezogen werden.
  • Beispiel: Ein Unternehmen, das einen Gewinn von 100.000 CHF aus Krypto-Transaktionen erzielt, wird nach dem im Kanton geltenden Steuersatz besteuert.

Mehrwertsteuer und Stempelabgaben im Zusammenhang mit Krypto-Assets

Die Mehrwertsteuer wird je nach Art der Krypto-Transaktion unterschiedlich angewendet:

  • Verkauf von Waren oder Dienstleistungen in Krypto-Assets: Die Mehrwertsteuer ist auf den Wert in Schweizer Franken der gelieferten Waren oder Dienstleistungen fällig.
  • Tausch von Krypto-Assets: Tauschgeschäfte zwischen Krypto-Assets sind in der Regel von der Mehrwertsteuer befreit.
  • Stempelabgaben: Transaktionen mit tokenisierten Wertpapieren können stempelpflichtig sein.

Steuerliche Behandlung von ICOs, ITOs und hybriden Token

Fundraising über Initial Coin Offerings (ICOs) oder Initial Token Offerings (ITOs) unterliegt spezifischen Regeln:

  • Utility-Token: In der Regel bei Ausgabe nicht steuerpflichtig, aber mehrwertsteuerpflichtig, wenn sie für Dienstleistungen verwendet werden.
  • Payment-Token: Werden wie klassische Kryptowährungen behandelt und unterliegen der Einkommen- oder Gewinnsteuer.
  • Security-Token: Gelten als Finanzwertpapiere und unterliegen spezifischen steuerlichen Vorschriften (Quelle: Schweizer Richtlinie zu internationalen Steuerstandards).

Buchhaltung von Krypto-Assets: aktuelle Richtlinien

Die Buchhaltung von Krypto-Assets ist für viele Unternehmen aufgrund ihrer besonderen Natur eine Herausforderung. Die aktuellen Richtlinien bieten jedoch einen Rahmen für eine konforme Buchführung.

Anforderungen der FINMA an die Offenlegung in den Jahresabschlüssen

Die FINMA verlangt von Unternehmen, die Krypto-Assets halten oder verwalten, detaillierte Informationen in ihren Jahresabschlüssen zu veröffentlichen, darunter:

  • Die Art der gehaltenen Krypto-Assets.
  • Ihre Bewertung in der Bilanz.
  • Die damit verbundenen Risiken, insbesondere Preisvolatilität.

Kategorisierung und Bewertung von Krypto-Assets

Krypto-Assets können in drei Hauptkategorien eingeteilt werden:

  1. Zahlungsmittel: Als Zahlungsmittel verwendet.
  2. Utility-Assets: Zugang zu einem bestimmten Produkt oder Dienst.
  3. Security-Assets: Repräsentieren finanzielle Rechte wie Aktien oder Anleihen.

Die Bewertung von Krypto-Assets muss zum Bilanzstichtag zum Marktwert erfolgen. Bei fehlendem aktiven Markt kann eine alternative Bewertungsmethode verwendet werden (Quelle: Offizielle FINMA-Website – Überwachung der Verwahrung von Krypto-Assets).

Praxisbeispiele: Jahresabschluss von Krypto-Assets

Vorbereitung des Abschlusses für krypto-freundliche Unternehmen

Für Unternehmen, die mit Krypto-Assets arbeiten, ist eine sorgfältige Vorbereitung für den Jahresabschluss unerlässlich. Die wichtigsten Schritte:

  1. Inventar der Krypto-Assets: Alle digitalen Vermögenswerte identifizieren.
  2. Bewertung der Vermögenswerte: Marktwert jedes Vermögenswerts zum 31. Dezember berechnen.
  3. Dokumentation: Nachweise über Transaktionen und Bewertungen aufbewahren.
  4. Interne Überprüfung: Genauigkeit der Buchhaltungsaufzeichnungen prüfen.

Behandlung von latenten Gewinnen oder Verlusten bei digitalen Vermögenswerten

Wertschwankungen von Krypto-Assets können zu latenten Gewinnen oder Verlusten führen. So werden sie behandelt:

  • Latente Gewinne: Wertsteigerung als Ertrag verbuchen.
  • Latente Verluste: Wertminderung als Aufwand verbuchen.

Zahlenbeispiel:

DatumGehaltenes AssetAnfangswert (CHF)Wert am 31.12. (CHF)Latenter Gewinn/Verlust (CHF)
01.01.2026Bitcoin50.00060.000+10.000
01.01.2026Ethereum30.00025.000-5.000

Checkliste: Vorbereitung der Krypto-Buchhaltung

  1. Alle gehaltenen Krypto-Assets identifizieren.
  2. Transaktionen und Belege prüfen.
  3. Marktwert jedes Assets berechnen.
  4. Latente Gewinne oder Verluste erfassen.
  5. Steuererklärungen vorbereiten.

Häufige Fehler und Korrekturen

Fehler 1: Dokumentation von Transaktionen vernachlässigen

Korrektur: Für jede Transaktion Nachweise aufbewahren (Quittungen, Screenshots, Wallet-Auszüge).

Fehler 2: Steuerliche Pflichten unterschätzen

Korrektur: Einen Steuerexperten konsultieren, um Strafen zu vermeiden.

Fehler 3: Falsche Bewertung von Krypto-Assets

Korrektur: Zuverlässige Quellen für die Marktwertbestimmung nutzen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Krypto-Buchhaltung und Besteuerung

  1. Sind Gewinne aus Krypto-Assets immer steuerpflichtig? Nein, Gewinne aus privater Vermögensverwaltung sind in der Regel steuerfrei.

  2. Muss ich Mehrwertsteuer auf Krypto-Transaktionen zahlen? Die Mehrwertsteuer gilt nur, wenn Krypto-Assets zum Kauf von Waren oder Dienstleistungen verwendet werden.

  3. Wie bewerte ich meine Krypto-Assets für den Jahresabschluss? Marktwert zum 31. Dezember oder eine alternative Methode bei illiquidem Markt verwenden.

  4. Welche Meldepflichten haben Unternehmen? Unternehmen müssen Krypto-Assets in ihren Jahresabschlüssen ausweisen und die FINMA-Anforderungen erfüllen.

  5. Sind ICOs steuerpflichtig? Das hängt vom ausgegebenen Token ab. Für eine detaillierte Analyse einen Experten konsultieren.

  6. Was tun bei Verlust von Krypto-Assets? Verlust dokumentieren und einen Experten zur steuerlichen Bewertung konsultieren.

Auswirkungen der neuen Vorschriften auf Schweizer Unternehmen

Die neuen steuerlichen und buchhalterischen Vorschriften ab 2026 haben erhebliche Auswirkungen auf Schweizer Unternehmen, insbesondere im Krypto-Bereich. Es ist wichtig, diese Auswirkungen zu verstehen, um notwendige Anpassungen vorzunehmen.

Verstärkte Transparenzpflichten

Unternehmen müssen strengere Anforderungen an die finanzielle Transparenz erfüllen, darunter:

  • Detaillierte Berichte: Unternehmen müssen detaillierte Berichte über ihre Krypto-Assets vorlegen, einschließlich Herkunft, Nutzung und Bewertung.
  • Erweiterte Audits: Externe Audits müssen eine gründliche Prüfung der Krypto-Assets enthalten, was zu zusätzlichen Kosten führen kann.

Anpassung der Buchhaltungssysteme

Unternehmen müssen ihre Buchhaltungssysteme anpassen, um Krypto-Assets gemäß den neuen Standards zu integrieren. Dazu gehört:

  • Software-Updates: Verwendung von Buchhaltungssoftware, die mit den spezifischen Anforderungen von Krypto-Assets kompatibel ist.
  • Schulung der Teams: Buchhalter und Finanzverantwortliche müssen zu neuen Vorschriften und Best Practices im Umgang mit Krypto-Assets geschult werden.

Strategien zur Steueroptimierung von Krypto-Assets

Unternehmen und Privatpersonen können ihre Steuerlast durch geeignete Strategien senken.

Optimierung für Unternehmen

  1. Kantonwahl: Die Steuersätze variieren je nach Kanton. Unternehmen können sich in Kantonen mit günstigeren Sätzen ansiedeln.
  2. Verlustabzug: Verluste aus Krypto-Assets können vom steuerpflichtigen Gewinn abgezogen werden. Eine sorgfältige Dokumentation ist unerlässlich.
  3. Steuerplanung: Mit einem Steuerexperten Optimierungsmöglichkeiten wie Verlustvortrag oder passende Rechtsformen prüfen.

Optimierung für Privatpersonen

  1. Private Vermögensverwaltung: Gewinne aus privater Vermögensverwaltung sind steuerfrei. Eine klare Trennung von professionellem Handel und privater Verwaltung ist wichtig.
  2. Schenkungen und Erbschaften: In der Schweiz können Schenkungen und Erbschaften in Krypto-Assets in bestimmten Fällen steuerbefreit sein. Einen Experten konsultieren.

Checkliste: Vorbereitung des Unternehmens auf die neuen Vorschriften 2026

  1. Neue steuerliche und buchhalterische Anforderungen analysieren.
  2. Buchhaltungssoftware für Krypto-Assets aktualisieren.
  3. Finanzteams zu neuen Vorschriften schulen.
  4. Strenge Dokumentationsprozesse für Krypto-Transaktionen etablieren.
  5. Mit einem Steuerexperten die Steueroptimierung planen.
  6. Regelmäßige Audits zur Einhaltung planen.
  7. Finanzielle Auswirkungen der neuen Vorschriften auf das Unternehmen bewerten.

Vergleichstabelle: Steuerliche Behandlung verschiedener Krypto-Asset-Typen

Krypto-Asset-TypSteuerliche Behandlung für PrivatpersonenSteuerliche Behandlung für Unternehmen
ZahlungsmittelSteuerpflichtig außer bei privater VermögensverwaltungIm steuerpflichtigen Gewinn enthalten
Utility-AssetsMehrwertsteuerpflichtig bei Nutzung für DienstleistungenAbhängig von der Nutzung im Geschäft
Security-AssetsKapitalgewinnsteuerpflichtigUnterliegt den Wertpapier-Steuervorschriften

FAQ: Weitere Fragen zur Besteuerung und Buchhaltung von Krypto-Assets

  1. Wie werden Stablecoins steuerlich behandelt? Stablecoins werden in der Regel wie klassische Kryptowährungen behandelt. Ihre Bewertung basiert auf der Parität mit einer Fiatwährung, was die Bewertung vereinfacht.

  2. Sind Airdrops steuerpflichtig? Ja, Airdrops gelten zum Zeitpunkt des Erhalts als steuerpflichtiges Einkommen, basierend auf dem Marktwert.

  3. Müssen Unternehmen Krypto-Assets im Ausland deklarieren? Ja, Schweizer Unternehmen müssen alle Krypto-Assets deklarieren, auch solche auf ausländischen Plattformen, gemäß dem automatischen Informationsaustausch (Quelle: Umsetzung des automatischen Austauschs von Krypto-Assets ab 2026).

  4. Welche Sanktionen drohen bei Nichteinhaltung der neuen Vorschriften? Sanktionen können Geldstrafen, steuerliche Strafen und umfassende Audits umfassen. In schweren Fällen sind strafrechtliche Verfahren möglich.

  5. Wie werden Wertschwankungen von Krypto-Assets in der Buchhaltung behandelt? Schwankungen müssen als latente Gewinne oder Verluste in den Jahresabschlüssen erfasst werden. Es ist wichtig, zuverlässige Quellen für die Marktwertbestimmung zu nutzen (Quelle: Offizielle FINMA-Website – Überwachung der Verwahrung von Krypto-Assets).


Quellen

Ein Protokoll der Generalversammlung in der Schweiz verfassen: Regeln 2026, häufige Fehler und Muster für KMU und Selbstständige

Ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden 2026 zur korrekten Erstellung und Aufbewahrung von Generalversammlungsprotokollen (GmbH, AG, Vereine) nach Schweizer Recht, zur Vermeidung häufiger Fehler, mit Pflichtangaben und zur Sicherstellung der Rechtssicherheit.

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